Wirbelsäule · ICD-10 M43.1

Spondylolisthesis

Auch bekannt als: Wirbelgleiten, Gleitwirbel

Diese Seite erläutert die Spondylolisthesis (M43.1), das Wirbelgleiten, und zeigt, wann ein digital begleitetes Training die ärztliche Behandlung sinnvoll ergänzen kann. Sie richtet sich an Ärzte und Patienten.

Passendes Programm:Herodikos Plus

Das Krankheitsbild

Bei einer Spondylolisthesis gleitet ein Wirbelkörper gegenüber dem darunterliegenden nach vorn. Am häufigsten ist die Lendenwirbelsäule betroffen, vor allem im unteren Abschnitt. Man unterscheidet verschiedene Formen, etwa das degenerative Gleiten bei älteren Menschen durch verschlissene Bandscheiben und Wirbelgelenke sowie das isthmische Gleiten, dem ein Defekt im Wirbelbogen vorausgeht. Das Ausmaß wird in Schweregrade eingeteilt.

Viele Betroffene haben keine Beschwerden. Andere berichten über Kreuzschmerzen, die sich beim Aufrichten oder bei Streckung verstärken, über Steifigkeit oder über ausstrahlende Beschwerden in die Beine. Kommt es zu Kraftverlust, Gefühlsstörungen oder Problemen mit Blase und Darm, besteht dringender Abklärungsbedarf. Auch bei Kindern und Jugendlichen mit Rückenschmerzen im Sport sollte ein Wirbelgleiten ärztlich ausgeschlossen werden.

Rolle der Bewegungstherapie

Bei geringgradigem Gleiten und fehlenden neurologischen Ausfällen wird in der Regel zunächst konservativ behandelt, wobei die Bewegungstherapie im Zentrum steht. Ziel ist es, die tiefe Rumpf- und Bauchmuskulatur sowie die Hüftmuskeln zu kräftigen, um das betroffene Segment zu entlasten und die Haltungskontrolle zu verbessern. Auch die Beweglichkeit der Hüfte und der Beinrückseite spielt eine Rolle.

Die Studienlage für stabilisierende Übungen speziell bei Spondylolisthesis ist begrenzt, die Empfehlungen stützen sich teils auf Studien zu Rückenschmerzen insgesamt. Bewegungen, die das Gleiten provozieren, etwa starke Überstreckung unter Last, sollten individuell vermieden oder angepasst werden. Eine Operation kommt bei ausgeprägtem Gleiten, anhaltenden Beschwerden trotz konservativer Therapie oder neurologischen Ausfällen in Betracht und ist Sache der Fachärzte.

Passendes Versorgungsprogramm

Herodikos Plus kann bei nicht-spezifischen, mittel- bis hochgradigen Rückenbeschwerden eingesetzt werden, die höchstens 6 Monate bestehen und bei denen keine akute Behandlungsindikation wie ein neurologisches Defizit vorliegt. Die persönliche Video-Physiotherapie alle 2 Wochen ist hier von Vorteil, weil der Physiotherapeut Übungen mit Blick auf die Gleitrichtung auswählen und Ausführungsfehler direkt korrigieren kann.

Die App ergänzt dies mit über 200 Übungen zur Mobilisation und Kräftigung samt Video- und Sprachanleitung. Das Programm läuft 3 bis 12 Monate und steht Patienten ab 18 Jahren offen. Zur Einschreibung scannt der Patient einen QR-Code und bucht den Ersttermin selbst. Die Vergütung für die Praxis beträgt im Schnitt 40 EUR, bis zu 80 EUR pro Verordnung, extrabudgetär.

Herodikos Plus

Teilnahme bei Spondylolisthesis

  • Patient ist bei einer teilnehmenden Kasse versichert
  • Passende Indikation liegt vor (nicht-spezifisch, mittel- bis hochgradig, max. 6 Monate)
  • Patient ist mindestens 18 Jahre alt

Vergütung: Ø 40 EUR, bis 80 EUR, extrabudgetär · Dauer: 3 bis 12 Monate

Teilnehmende Krankenkassen bei M43.1

  • TK
  • AOK Niedersachsen
  • hkk
  • Mobil BKK
  • HEK

So funktioniert die Einschreibung

  1. 1 Patient scannt den QR-Code.
  2. 2 Patient bucht sich direkt selbst einen Ersttermin — ca. 2 Minuten Aufwand.
  3. 3 Extrabudgetäre Abrechnung läuft automatisch.
Mehr zu Herodikos PlusPraxis direkt registrierenKooperationslink – für Sie kostenfrei

Häufige Fragen

Ist ein Wirbelgleiten immer ein Fall für die Operation?

Nein. Die meisten Betroffenen werden zunächst konservativ behandelt. Eine Operation wird erwogen, wenn die Beschwerden trotz Therapie anhalten, das Gleiten ausgeprägt ist oder neurologische Ausfälle bestehen. Das entscheiden Fachärzte gemeinsam mit dem Patienten.

Welche Bewegungen sollte ich bei Wirbelgleiten meiden?

Das ist individuell verschieden. Häufig werden starke Überstreckungen und hohe Stoßbelastungen zunächst reduziert. Ihr Arzt und Ihr Physiotherapeut stimmen die Übungen auf Ihren Befund ab.

Kann ein Wirbelgleiten durch Training zurückgehen?

Eine knöcherne Verschiebung bildet sich durch Training nicht zurück. Ziel der Bewegungstherapie ist es, die Muskulatur zu stärken, das Segment zu entlasten und Beschwerden im Alltag zu verringern.

Diese Informationen richten sich an Ärztinnen und Ärzte und ersetzen keine individuelle ärztliche Diagnose oder Beratung.