Das Krankheitsbild
Als Enthesiopathie bezeichnet man Reizungen oder Schädigungen dort, wo Sehnen und Bänder am Knochen ansetzen. Im Hüft- und Beckenbereich können davon beispielsweise die Ansätze der Adduktoren, der Hüftbeuger, der Gesäßmuskulatur oder der ischiokruralen Muskulatur betroffen sein. Die Beschwerden treten häufig belastungsabhängig auf, etwa beim Laufen, Treppensteigen oder nach längerem Sitzen, und sind oft an einer umschriebenen Stelle druckschmerzhaft.
Die Ursachen sind vielfältig. Wiederholte Überlastung, ein abrupter Anstieg der Aktivität, Fehlbelastungen und auch degenerative Veränderungen spielen eine Rolle. Weil Schmerzen im Hüftbereich auch vom Gelenk selbst, von der Lendenwirbelsäule oder aus dem Beckenring stammen können, sollte die Zuordnung ärztlich erfolgen, bevor ein Training beginnt.
Rolle der Bewegungstherapie
Bei Sehnenansatzproblemen gilt eine dosierte, schrittweise gesteigerte Belastung als wichtiger Therapiebestandteil. Die Sehne soll durch passende Reize wieder belastbarer werden, während reizende Spitzenbelastungen zunächst reduziert werden. Dazu gehören Kräftigung der beteiligten Muskelgruppen, Dehn- und Mobilisationsübungen sowie die Schulung von Bewegungsmustern im Alltag und Sport.
Die Studienlage ist je nach Lokalisation unterschiedlich gut, für einige Sehnenansätze der Hüfte ist sie eher begrenzt. Fachlich ehrlich bleibt daher: Ein Training kann die Beschwerden positiv beeinflussen, einen schnellen Erfolg darf man aber nicht erwarten, denn Sehnen passen sich nur langsam an. Treten Schwellung, Überwärmung, ausgeprägte Kraftlosigkeit oder plötzlich einschießende Schmerzen auf, ist eine ärztliche Abklärung angezeigt.
Passendes Versorgungsprogramm
Für Enthesiopathien kommt Herodikos Plus infrage. Die App enthält über 200 Übungen zu Mobilisation, Kräftigung, Yoga und Entspannung, jeweils mit Video- und Sprachanleitung. Alle 2 Wochen findet eine persönliche Video-Physiotherapie statt, in der der Physiotherapeut Übungsauswahl und Steigerung an die Reaktion der Sehnenansätze anpasst. Gerade bei dieser Diagnose ist die enge Begleitung hilfreich, weil die Belastung langsam und individuell gesteigert werden muss. Die Laufzeit beträgt 3 bis 12 Monate.
Voraussetzungen sind eine passende Indikation (nicht spezifisch, mittel- bis hochgradig, höchstens 6 Monate), ein Alter ab 18 Jahren und eine teilnehmende Kasse. Der Patient scannt einen QR-Code und bucht selbst den Ersttermin. Ihre Praxis erhält im Schnitt 40 EUR, bis zu 80 EUR pro Verordnung, extrabudgetär. Für Patienten entstehen keine Kosten.
Teilnahme bei Entesiopathien
- Patient ist bei einer teilnehmenden Kasse versichert
- Passende Indikation liegt vor (nicht-spezifisch, mittel- bis hochgradig, max. 6 Monate)
- Patient ist mindestens 18 Jahre alt
Vergütung: Ø 40 EUR, bis 80 EUR, extrabudgetär · Dauer: 3 bis 12 Monate
Teilnehmende Krankenkassen bei M76
- TK
- AOK Niedersachsen
- hkk
- Mobil BKK
- HEK
So funktioniert die Einschreibung
- 1 Patient scannt den QR-Code.
- 2 Patient bucht sich direkt selbst einen Ersttermin — ca. 2 Minuten Aufwand.
- 3 Extrabudgetäre Abrechnung läuft automatisch.
Häufige Fragen
Welche Beschwerden fallen unter M76 im Hüftbereich?
Gemeint sind Enthesiopathien, also Reizzustände an Sehnen- und Bandansätzen am Becken und an der Hüfte. Ob das Programm im Einzelfall passt, entscheiden Sie anhand Ihrer Diagnose und der Einschlusskriterien.
Wie schnell ist mit einer Besserung zu rechnen?
Sehnen reagieren langsam auf Belastungsreize, daher sind Geduld und Regelmäßigkeit wichtig. Eine Zeitangabe oder ein Ergebnis lässt sich nicht zusagen. Die Laufzeit von 3 bis 12 Monate gibt aber Raum für einen schrittweisen Aufbau.
Fällt die Verordnung ins Heilmittelbudget?
Nein. Die Vergütung für Herodikos Plus erfolgt extrabudgetär. Damit stellt das Programm eine Möglichkeit dar, Patienten zu versorgen, ohne Ihr Heilmittelbudget zu belasten.
Diese Informationen richten sich an Ärztinnen und Ärzte und ersetzen keine individuelle ärztliche Diagnose oder Beratung.