Hüftgelenk · ICD-10 M16

Coxarthrose

Auch bekannt als: Hüftgelenkarthrose, Hüftarthrose, Hüftverschleiß, Arthrose in der Hüfte

Die Hüftarthrose zählt zu den häufigsten Gelenkerkrankungen im höheren Lebensalter. Auf dieser Seite finden Sie das Wichtigste zur Coxarthrose (M16) und zu den beiden Programmen, die als extrabudgetäre Ergänzung der Behandlung infrage kommen.

Passendes Programm:Herodikos PlusGLA:D

Das Krankheitsbild

Bei der Coxarthrose nutzt sich der Gelenkknorpel des Hüftgelenks allmählich ab, begleitet von Veränderungen am Knochen, der Gelenkkapsel und den umgebenden Weichteilen. Die Betroffenen berichten oft über Leistenschmerzen, die in den Oberschenkel oder zum Knie ausstrahlen können, über Anlaufschmerz am Morgen und eine zunehmend eingeschränkte Beweglichkeit, besonders bei der Innenrotation. Risikofaktoren sind unter anderem Alter, Übergewicht, frühere Gelenkverletzungen und angeborene Formvarianten des Hüftgelenks.

Der Verlauf ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Patienten bleiben über Jahre stabil, bei anderen nehmen Schmerzen und Funktionseinbußen schneller zu. Die Diagnose stützt sich auf Anamnese, klinische Untersuchung und Bildgebung; Röntgenbefund und Beschwerden stimmen dabei nicht immer überein.

Rolle der Bewegungstherapie

Aktuelle Leitlinien zur Arthrose empfehlen Patientenedukation, Bewegung und Gewichtsmanagement als Basis der konservativen Behandlung. Gezieltes Training der Hüft- und Beinmuskulatur gilt als zentraler Baustein, weil kräftigere, besser koordinierte Muskeln das Gelenk entlasten und Alltagsbewegungen erleichtern können. Die Evidenz zeigt für Bewegungstherapie bei Hüftarthrose im Mittel eher moderate Effekte auf Schmerz und Funktion, und sie fallen von Patient zu Patient unterschiedlich aus.

Wichtig ist ein Training, das zur Belastbarkeit passt: nicht zu zaghaft, aber auch nicht überfordernd. Ein vorübergehend leichter Belastungsschmerz ist nicht automatisch ein Warnsignal, anhaltend zunehmende Schmerzen, Ruheschmerz oder plötzliche Funktionsverluste sollten jedoch ärztlich abgeklärt werden. Bei fortgeschrittener Arthrose ersetzt Bewegungstherapie nicht die Prüfung operativer Optionen.

Passende Versorgungsprogramme

Bei der Coxarthrose stehen beide Programme zur Verfügung. GLA:D ist ein strukturiertes Arthroseprogramm über 12 Wochen mit 18 Sitzungen: 3 Einzelsitzungen, 2 Schulungssitzungen, 12 Gruppentrainings mit neuromuskulärem Training und 1 Abschlusssitzung. Es findet in lizenzierten Therapiezentren vor Ort statt und wurde ursprünglich in Dänemark entwickelt. Es passt eher zu Patienten, die Anleitung in der Gruppe schätzen und ein klar umrissenes Programm bevorzugen. Die Vergütung beträgt 60 EUR pro Verordnung, extrabudgetär. Dafür genügt die unterschriebene Teilnahmeerklärung, die Sie im GLA:D-Webportal hochladen; GLA:D nimmt danach Kontakt zum Patienten auf.

Herodikos Plus ist digitale Physiotherapie mit einer App (über 200 Übungen) und persönlicher Video-Physiotherapie alle 2 Wochen, Laufzeit 3 bis 12 Monate. Es passt eher, wenn ein Therapiezentrum schwer erreichbar ist oder der Patient zeitlich flexibel üben möchte. Die Vergütung liegt im Schnitt bei 40 EUR, bis zu 80 EUR pro Verordnung, ebenfalls extrabudgetär. Beide Wege sind für Patienten kostenfrei und gleichwertige Optionen.

Herodikos Plus

Teilnahme bei Coxarthrose

  • Patient ist bei einer teilnehmenden Kasse versichert
  • Passende Indikation liegt vor (nicht-spezifisch, mittel- bis hochgradig, max. 6 Monate)
  • Patient ist mindestens 18 Jahre alt

Vergütung: Ø 40 EUR, bis 80 EUR, extrabudgetär · Dauer: 3 bis 12 Monate

Teilnehmende Krankenkassen bei M16

  • TK
  • AOK Niedersachsen
  • hkk
  • Mobil BKK
  • HEK

So funktioniert die Einschreibung

  1. 1 Patient scannt den QR-Code.
  2. 2 Patient bucht sich direkt selbst einen Ersttermin — ca. 2 Minuten Aufwand.
  3. 3 Extrabudgetäre Abrechnung läuft automatisch.
Mehr zu Herodikos PlusPraxis direkt registrierenKooperationslink – für Sie kostenfrei
GLA:D

Teilnahme bei Coxarthrose

  • Patient ist bei einer teilnehmenden Kasse versichert
  • Diagnose: Hüft- oder Kniearthrose, degenerative Meniskusläsion
  • Patient stimmt der Teilnahme zu

Vergütung: 60 EUR/Verordnung, extrabudgetär · Dauer: 12 Wochen

Teilnehmende Krankenkassen bei M16

  • Barmer*
  • IKK classic*
  • KKH*
  • BIG direkt gesund
  • Novitas BKK
  • BKK Linde
  • BKK Pfalz*
  • BKK VerbundPlus
  • Continentale BKK*
  • BKK Melitta HMR*
  • BKK Wirtschaft & Finanzen
  • WMF BKK*
  • BKK B. Braun
  • BKK Deutsche Bank*
  • Miele BKK*

* Nimmt nur in NRW, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg teil.

Zusätzliche Kriterien BIG direkt gesund

  • · Vollendung des 55. Lebensjahres
  • · Ärztlich verordnete medikamentöse Therapie mit Schmerzmitteln über 3–6 Monate in den letzten 12 Monaten
  • · Mindestens 2 Arztkontakte aufgrund der vorliegenden Knie-/Hüftproblematik innerhalb der letzten 12 Monate
  • · Mindestens 12 Therapieeinheiten bzw. mindestens 2 Heilmittelverordnungen aufgrund der vorliegenden Knie-/Hüftproblematik in den letzten 12 Monaten

So funktioniert die Einschreibung

  1. 1 Teilnahmeerklärung unterschreiben lassen.
  2. 2 Teilnahmeerklärung im GLA:D-Webportal hochladen.
  3. 3 Patient wird anschließend von GLA:D kontaktiert.

Häufige Fragen

Welches Programm passt bei Hüftarthrose besser?

Das hängt vom Patienten ab. GLA:D bietet ein festes Programm mit Schulung und Gruppentraining vor Ort, Herodikos Plus ein flexibles Training zu Hause mit Videotherapie. Beide sind sinnvolle Optionen, die Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit dem Patienten.

Ist Bewegungstherapie auch bei fortgeschrittener Coxarthrose sinnvoll?

Sie kann auch dann Beweglichkeit und Alltagsfunktion unterstützen, etwa vor einer Operation. Ob ein Gelenkersatz infrage kommt, bleibt eine ärztliche Entscheidung und wird durch das Programm nicht ersetzt.

Wie hoch ist der Aufwand für die Praxis?

Bei GLA:D lassen Sie eine Teilnahmeerklärung unterschreiben und laden sie im Webportal hoch. Bei Herodikos Plus scannt der Patient einen QR-Code und bucht selbst den Ersttermin. In beiden Fällen ist der Aufwand gering.

Diese Informationen richten sich an Ärztinnen und Ärzte und ersetzen keine individuelle ärztliche Diagnose oder Beratung.