Das Krankheitsbild
Der Code M25.95 steht für eine Gelenkkrankheit der Beckenregion und des Oberschenkels, die nicht näher bestimmt ist. Er wird häufig verwendet, wenn Gelenkbeschwerden der Hüfte vorliegen, die Ursache aber noch nicht abschließend geklärt oder nicht genauer verschlüsselt ist. Typisch sind Schmerzen in der Leiste oder seitlich an der Hüfte, Steifheit nach Ruhephasen und eine nachlassende Belastbarkeit beim Gehen und Treppensteigen.
Hinter einer solchen Sammeldiagnose kann sich unter anderem eine beginnende Hüftarthrose verbergen, aber auch eine andere Gelenkerkrankung. Deshalb ist die ärztliche Einordnung entscheidend. Für die Teilnahme an GLA:D muss eine Hüft- oder Kniearthrose vorliegen. Ist das bei Ihrem Patienten der Fall, kann die Diagnose präzisiert und das Programm in Betracht gezogen werden.
Rolle der Bewegungstherapie
Wenn eine Hüftarthrose zugrunde liegt, empfehlen Leitlinien Patientenschulung und Bewegung als Grundlage der konservativen Behandlung. Neuromuskuläres Training zielt darauf ab, Muskelkraft, Gleichgewicht und Bewegungskontrolle um das Gelenk zu verbessern, damit Alltagsbewegungen sicherer und oft mit weniger Beschwerden gelingen. Der Effekt auf Schmerz und Funktion ist in Studien im Mittel moderat und individuell verschieden.
Bei anderen Ursachen als einer Arthrose kann die Evidenz für ein solches Training schwächer sein. Zudem sollten Warnzeichen wie Fieber, ausgeprägte Ruheschmerzen, eine deutliche Gelenkschwellung oder ein plötzlicher Funktionsverlust vorab ärztlich abgeklärt werden. Bewegungstherapie ergänzt die Behandlung, sie ersetzt keine weitere Diagnostik.
Passendes Versorgungsprogramm
GLA:D ist ein strukturiertes Programm über 12 Wochen mit 18 Sitzungen. Es beginnt mit 3 Einzelsitzungen, dazu kommen 2 Schulungssitzungen, in denen die Patienten Wissen über Arthrose und den Umgang mit Beschwerden erhalten. Herzstück sind 12 Gruppentrainings mit neuromuskulärem Training, den Abschluss bildet eine Abschlusssitzung. Die Sitzungen finden in lizenzierten Therapiezentren vor Ort statt. Das Programm wurde ursprünglich in Dänemark entwickelt.
Zur Teilnahme braucht der Patient eine Hüft- oder Kniearthrose bzw. eine degenerative Meniskusläsion, eine teilnehmende Kasse und seine Zustimmung. Sie lassen die Teilnahmeerklärung unterschreiben und laden sie im GLA:D-Webportal hoch, danach kontaktiert GLA:D den Patienten. Einschreiben dürfen Orthopädie, Allgemeinmedizin, Praktische Ärzte, Innere Medizin sowie Physikalische und Rehabilitative Medizin. Die Vergütung beträgt 60 EUR pro Verordnung, extrabudgetär.
Teilnahme bei Arthropathie
- Patient ist bei einer teilnehmenden Kasse versichert
- Diagnose: Hüft- oder Kniearthrose, degenerative Meniskusläsion
- Patient stimmt der Teilnahme zu
Vergütung: 60 EUR/Verordnung, extrabudgetär · Dauer: 12 Wochen
Teilnehmende Krankenkassen bei M25.95
- Barmer*
- IKK classic*
- KKH*
- BIG direkt gesund
- Novitas BKK
- BKK Linde
- BKK Pfalz*
- BKK VerbundPlus
- Continentale BKK*
- BKK Melitta HMR*
- BKK Wirtschaft & Finanzen
- WMF BKK*
- BKK B. Braun
- BKK Deutsche Bank*
- Miele BKK*
* Nimmt nur in NRW, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg teil.
Zusätzliche Kriterien BIG direkt gesund
- · Vollendung des 55. Lebensjahres
- · Ärztlich verordnete medikamentöse Therapie mit Schmerzmitteln über 3–6 Monate in den letzten 12 Monaten
- · Mindestens 2 Arztkontakte aufgrund der vorliegenden Knie-/Hüftproblematik innerhalb der letzten 12 Monate
- · Mindestens 12 Therapieeinheiten bzw. mindestens 2 Heilmittelverordnungen aufgrund der vorliegenden Knie-/Hüftproblematik in den letzten 12 Monaten
So funktioniert die Einschreibung
- 1 Teilnahmeerklärung unterschreiben lassen.
- 2 Teilnahmeerklärung im GLA:D-Webportal hochladen.
- 3 Patient wird anschließend von GLA:D kontaktiert.
Häufige Fragen
Genügt der Code M25.95 für die Teilnahme an GLA:D?
Entscheidend ist, dass tatsächlich eine Hüft- oder Kniearthrose bzw. eine degenerative Meniskusläsion vorliegt. Ist die Arthrose gesichert, sollte die Diagnose entsprechend dokumentiert werden. Die Einordnung liegt bei Ihnen als behandelnder Ärztin oder behandelndem Arzt.
Was erwartet den Patienten im Programm?
Über 12 Wochen finden 18 Sitzungen statt: Einzel- und Schulungssitzungen, Gruppentraining sowie eine Abschlusssitzung. Das Training ist auf die Belastbarkeit der Teilnehmenden abgestimmt und wird von lizenzierten Therapeuten angeleitet.
Entstehen dem Patienten Kosten?
Nein, die Teilnahme ist für Patienten einer teilnehmenden Kasse kostenfrei. Für Ihre Praxis wird die Verordnung mit 60 EUR extrabudgetär vergütet.
Diese Informationen richten sich an Ärztinnen und Ärzte und ersetzen keine individuelle ärztliche Diagnose oder Beratung.