Das Krankheitsbild
Verletzungen des Knies entstehen meist durch Verdrehen, Umknicken oder einen direkten Aufprall, etwa beim Sport oder bei Stürzen. Betroffen sein können Bänder, die Gelenkkapsel oder der Meniskus. Typische Zeichen sind Schmerzen, Schwellung, ein Bluterguss und das Gefühl, das Knie gebe nach. Die Ausprägung reicht von einer leichten Zerrung bis zu einem Bandriss oder einer Verrenkung der Kniescheibe.
Am Anfang steht daher die ärztliche Untersuchung, um Begleitverletzungen zu erkennen und zu entscheiden, ob konservativ oder operativ vorgegangen wird. Erst danach ist die Frage, wie das Knie wieder belastbar wird. Hier liegt eine häufige Lücke: Nach der akuten Phase fehlt oft eine längere, strukturierte Begleitung. Auch scheinbar harmlose Verstauchungen können das Gelenk länger beeinträchtigen, wenn Kraft und Koordination nicht wieder aufgebaut werden.
Rolle der Bewegungstherapie
In der Nachbehandlung geht es darum, die Beweglichkeit schrittweise zurückzugewinnen, die Muskulatur aufzubauen und die Gelenksteuerung zu schulen, also die Fähigkeit, das Knie in Alltagssituationen sicher zu führen. Der Belastungsaufbau richtet sich nach Verletzung und ärztlicher Vorgabe.
Bewegungstherapie gilt dabei als wichtiger Baustein, ersetzt aber nicht die Untersuchung. Wer die Übungen zu früh oder zu intensiv durchführt, belastet verletzte Strukturen unnötig. Wer sie zu spät beginnt, verliert Kraft und Koordination. Regelmäßige fachliche Rückmeldung ist deshalb hilfreich. Typischerweise werden Übungen zur Beinachse, zum Gleichgewicht und zur Kräftigung nach und nach ergänzt, bis Alltag und gegebenenfalls Sport wieder möglich sind. Den Zeitpunkt der Rückkehr zum Sport legt der Arzt gemeinsam mit dem Patienten fest.
Passendes Versorgungsprogramm
Herodikos Plus bietet dafür einen flexiblen Rahmen. Die App enthält über 200 Übungen zu Mobilisation und Kräftigung, ein Physiotherapeut begleitet per Video alle zwei Wochen und passt den Trainingsplan an den Fortschritt an. Die Laufzeit beträgt drei bis zwölf Monate und kann so zur individuellen Genesungsphase passen. So bleibt die Betreuung auch dann bestehen, wenn Termine in der Praxis oder bei der Physiotherapie schwer zu bekommen sind.
Die Teilnahme setzt eine passende Indikation und ein Alter ab 18 Jahren voraus. Der Patient scannt den QR-Code und bucht den Ersttermin selbst. Die Praxis erhält im Schnitt 40 EUR, bis zu 80 EUR pro Verordnung, extrabudgetär, unabhängig von der Fachrichtung.
Teilnahme bei Luxation, Verstauchung, Zerrung
- Patient ist bei einer teilnehmenden Kasse versichert
- Passende Indikation liegt vor (nicht-spezifisch, mittel- bis hochgradig, max. 6 Monate)
- Patient ist mindestens 18 Jahre alt
Vergütung: Ø 40 EUR, bis 80 EUR, extrabudgetär · Dauer: 3 bis 12 Monate
Teilnehmende Krankenkassen bei S83
- TK
- AOK Niedersachsen
- hkk
- Mobil BKK
- HEK
- pronova BKK
So funktioniert die Einschreibung
- 1 Patient scannt den QR-Code.
- 2 Patient bucht sich direkt selbst einen Ersttermin — ca. 2 Minuten Aufwand.
- 3 Extrabudgetäre Abrechnung läuft automatisch.
Häufige Fragen
Ab wann ist digitale Bewegungstherapie nach einer Knieverletzung sinnvoll?
Das entscheidet der behandelnde Arzt anhand der Verletzung. Nach der Erstversorgung und ärztlicher Freigabe kann das Training schrittweise beginnen.
Was ist bei Warnzeichen zu tun?
Bei starker Schwellung, Instabilität, Blockade oder Taubheitsgefühl im Bein sollte zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Das Programm ersetzt keine Untersuchung.
Wie lange dauert das Programm?
Die Laufzeit liegt zwischen drei und zwölf Monaten. Der Trainingsplan wird individuell angepasst und im Verlauf gemeinsam mit dem Physiotherapeuten überprüft.
Diese Informationen richten sich an Ärztinnen und Ärzte und ersetzen keine individuelle ärztliche Diagnose oder Beratung.