Das Krankheitsbild
Beim degenerativen Meniskusschaden verliert das Meniskusgewebe mit der Zeit an Elastizität und kann einreißen, oft ohne ein klares Unfallereignis. Patienten beschreiben Schmerzen im Gelenkspalt, Schwellung, Beschwerden beim Hocken oder Drehen und manchmal ein Schnappen. Die Veränderungen stehen häufig im Zusammenhang mit einer beginnenden Kniearthrose.
Zu beachten ist, dass Meniskusveränderungen in der Bildgebung auch bei beschwerdefreien Menschen häufig sind. Der Befund allein erklärt Schmerzen daher nicht immer. Eine echte Blockade des Gelenks, bei der das Knie nicht mehr gestreckt werden kann, bedarf allerdings zeitnaher ärztlicher Abklärung. Viele Betroffene sind verunsichert, weil ein Meniskusriss im Befund klingt, als müsse er repariert werden, obwohl er oft Teil eines allgemeinen Alterungsprozesses des Gelenks ist.
Rolle der Bewegungstherapie
Leitlinien empfehlen bei degenerativen Meniskusschäden zunächst eine konservative Behandlung mit Bewegungstherapie. Randomisierte Studien, unter anderem mit langer Nachbeobachtung, haben keinen Vorteil der arthroskopischen Teilentfernung gegenüber einer Scheinoperation oder einem Trainingsprogramm gezeigt. Die Arthroskopie spielt daher bei dieser Diagnose keine Routinerolle mehr.
Trainiert werden vor allem Kraft und neuromuskuläre Kontrolle von Hüfte, Oberschenkel und Rumpf. Das Ziel ist, das Knie bei Belastung stabil zu führen und Vertrauen in die Belastbarkeit zurückzugewinnen. Ergänzend hilft Aufklärung darüber, was ein Meniskusbefund bedeutet und was nicht. Für Ihre Patienten kann es entlastend sein zu hören, dass strukturiertes Training eine anerkannte und leitliniengerechte Option darstellt.
Passendes Versorgungsprogramm
GLA:D wurde ursprünglich in Dänemark entwickelt und richtet sich an Patienten mit Hüft- oder Kniearthrose beziehungsweise degenerativer Meniskusläsion. Das Programm dauert zwölf Wochen mit 18 Sitzungen: drei Einzelsitzungen, zwei Schulungen, zwölf Gruppentrainings mit neuromuskulärem Training und eine Abschlusssitzung in einem lizenzierten Therapiezentrum. Das neuromuskuläre Training zielt dabei genau auf die Stabilisierung des Knies im Alltag.
Schulung und Training gehören zusammen, so verstehen Patienten ihre Diagnose und üben unter Anleitung. Die Praxis lässt die Teilnahmeerklärung unterschreiben und lädt sie im GLA:D-Webportal hoch, danach meldet sich GLA:D beim Patienten. Die Vergütung beträgt 60 EUR pro Verordnung, extrabudgetär. Einschreiben dürfen Orthopädie, Allgemeinmedizin, Praktische Ärzte, Innere Medizin sowie Physikalische und Rehabilitative Medizin.
Teilnahme bei Degenerativer Meniskusschaden
- Patient ist bei einer teilnehmenden Kasse versichert
- Diagnose: Hüft- oder Kniearthrose, degenerative Meniskusläsion
- Patient stimmt der Teilnahme zu
Vergütung: 60 EUR/Verordnung, extrabudgetär · Dauer: 12 Wochen
Teilnehmende Krankenkassen bei M23.2, M23.3
- Barmer*
- IKK classic*
- KKH*
- Novitas BKK
- BKK Linde
- BKK Pfalz*
- BKK VerbundPlus
- Continentale BKK*
- BKK Melitta HMR*
- BKK Wirtschaft & Finanzen
- WMF BKK*
- BKK B. Braun
- BKK Deutsche Bank*
- Miele BKK*
* Nimmt nur in NRW, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg teil.
So funktioniert die Einschreibung
- 1 Teilnahmeerklärung unterschreiben lassen.
- 2 Teilnahmeerklärung im GLA:D-Webportal hochladen.
- 3 Patient wird anschließend von GLA:D kontaktiert.
Häufige Fragen
Muss ein degenerativer Meniskusriss operiert werden?
In der Regel nicht als erster Schritt. Leitlinien empfehlen zunächst Bewegungstherapie. Ausnahmen, etwa bei mechanischer Blockade, entscheidet der Arzt.
Was passiert im GLA:D-Programm?
Nach Einzelsitzungen und zwei Schulungen folgt ein Gruppentraining mit neuromuskulären Übungen, abgeschlossen durch eine Abschlusssitzung. Insgesamt sind es 18 Sitzungen in zwölf Wochen.
Was kostet die Teilnahme den Patienten?
Nichts. Die Teilnahme läuft über einen Selektivvertrag bei teilnehmender Kasse. Voraussetzung ist die Zustimmung des Patienten.
Diese Informationen richten sich an Ärztinnen und Ärzte und ersetzen keine individuelle ärztliche Diagnose oder Beratung.