Kniegelenk · ICD-10 M17

Gonarthrose

Auch bekannt als: Kniegelenkarthrose, Kniearthrose, Knieverschleiß, Arthrose im Knie

Die Gonarthrose zählt zu den häufigsten Gelenkerkrankungen. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie sie sich äußert, warum Bewegung in Leitlinien als Grundlage der Behandlung gilt und welche beiden Programme Ihre Patienten dabei unterstützen können.

Passendes Programm:Herodikos PlusGLA:D

Das Krankheitsbild

Bei der Gonarthrose nutzt sich der Gelenkknorpel im Knie schrittweise ab, und auch Knochen, Gelenkkapsel und umgebende Weichteile verändern sich. Typisch sind Anlaufschmerzen nach Ruhephasen, Schmerzen bei Belastung wie Treppensteigen, eine eingeschränkte Beweglichkeit und zeitweise Schwellungen. Der Verlauf ist individuell, und die Beschwerden hängen nicht immer vom Ausmaß der Veränderungen im Röntgenbild ab.

Begünstigend wirken höheres Alter, Übergewicht, frühere Verletzungen und Fehlbelastungen, auch erbliche Faktoren spielen eine Rolle. Da die Gonarthrose den Alltag und die Mobilität spürbar beeinflussen kann, ist eine frühe, langfristig angelegte Behandlung sinnvoll. Im Alltag zeigt sich das oft schleichend: Wege werden kürzer, Treppen werden gemieden, und aus Schonung entsteht mit der Zeit zusätzliche Muskelschwäche, die das Gelenk weiter belasten kann.

Rolle der Bewegungstherapie

Leitlinien empfehlen für die Kniearthrose Bewegung und Patientenschulung als Kernbestandteile der Behandlung, bevor weitere Maßnahmen in Betracht kommen. Kräftigung der Beinmuskulatur, Beweglichkeitstraining und Ausdauer können Beschwerden und Funktion günstig beeinflussen. Dass Belastung dem Gelenk schadet, ist ein verbreiteter Irrtum. Dosierte Bewegung wird ausdrücklich empfohlen.

Hilfreich ist ein strukturierter Rahmen: Erklärung der Erkrankung, ein Training mit klarem Aufbau und ein Plan, wie sich Bewegung dauerhaft in den Alltag einbinden lässt. Genau hier setzen die beiden Programme mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Auch das Körpergewicht spielt eine Rolle, weil jedes Kilo zusätzlich das Knie bei jedem Schritt belastet. Bewegungstherapie ersetzt diese Beratung nicht, ergänzt sie aber sinnvoll.

Passende Versorgungsprogramme

GLA:D ist ein Arthroseprogramm, das ursprünglich in Dänemark entwickelt wurde. Es umfasst 18 Sitzungen in zwölf Wochen: drei Einzelsitzungen, zwei Schulungen, zwölf Gruppentrainings mit neuromuskulärem Training und eine Abschlusssitzung, durchgeführt in lizenzierten Therapiezentren vor Ort. Es eignet sich für Patienten, die ein feste Struktur und Training in der Gruppe schätzen. Für die Einschreibung wird die Teilnahmeerklärung unterschrieben und im GLA:D-Webportal hochgeladen, die Praxis erhält 60 EUR pro Verordnung, extrabudgetär. Die feste Struktur nimmt vielen Patienten die Unsicherheit, wie viel Belastung gut ist.

Herodikos Plus ist digital: App mit über 200 Übungen und alle zwei Wochen Video-Physiotherapie, Laufzeit drei bis zwölf Monate, bei passender Indikation. Es passt eher, wenn Patienten zeitlich flexibel oder ländlich weit vom nächsten Zentrum entfernt sind. Beide Wege sind gleichwertige Optionen, die Wahl richtet sich nach Lebenssituation und Vorliebe des Patienten.

Herodikos Plus

Teilnahme bei Gonarthrose

  • Patient ist bei einer teilnehmenden Kasse versichert
  • Passende Indikation liegt vor (nicht-spezifisch, mittel- bis hochgradig, max. 6 Monate)
  • Patient ist mindestens 18 Jahre alt

Vergütung: Ø 40 EUR, bis 80 EUR, extrabudgetär · Dauer: 3 bis 12 Monate

Teilnehmende Krankenkassen bei M17

  • TK
  • AOK Niedersachsen
  • hkk
  • Mobil BKK
  • HEK
  • pronova BKK

So funktioniert die Einschreibung

  1. 1 Patient scannt den QR-Code.
  2. 2 Patient bucht sich direkt selbst einen Ersttermin — ca. 2 Minuten Aufwand.
  3. 3 Extrabudgetäre Abrechnung läuft automatisch.
Mehr zu Herodikos PlusPraxis direkt registrierenKooperationslink – für Sie kostenfrei
GLA:D

Teilnahme bei Gonarthrose

  • Patient ist bei einer teilnehmenden Kasse versichert
  • Diagnose: Hüft- oder Kniearthrose, degenerative Meniskusläsion
  • Patient stimmt der Teilnahme zu

Vergütung: 60 EUR/Verordnung, extrabudgetär · Dauer: 12 Wochen

Teilnehmende Krankenkassen bei M17

  • Barmer*
  • IKK classic*
  • KKH*
  • BIG direkt gesund
  • Novitas BKK
  • BKK Linde
  • BKK Pfalz*
  • BKK VerbundPlus
  • Continentale BKK*
  • BKK Melitta HMR*
  • BKK Wirtschaft & Finanzen
  • WMF BKK*
  • BKK B. Braun
  • BKK Deutsche Bank*
  • Miele BKK*

* Nimmt nur in NRW, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg teil.

Zusätzliche Kriterien BIG direkt gesund

  • · Vollendung des 55. Lebensjahres
  • · Ärztlich verordnete medikamentöse Therapie mit Schmerzmitteln über 3–6 Monate in den letzten 12 Monaten
  • · Mindestens 2 Arztkontakte aufgrund der vorliegenden Knie-/Hüftproblematik innerhalb der letzten 12 Monate
  • · Mindestens 12 Therapieeinheiten bzw. mindestens 2 Heilmittelverordnungen aufgrund der vorliegenden Knie-/Hüftproblematik in den letzten 12 Monaten

So funktioniert die Einschreibung

  1. 1 Teilnahmeerklärung unterschreiben lassen.
  2. 2 Teilnahmeerklärung im GLA:D-Webportal hochladen.
  3. 3 Patient wird anschließend von GLA:D kontaktiert.

Häufige Fragen

Ist Bewegung bei Kniearthrose wirklich sinnvoll?

Ja. Leitlinien empfehlen Bewegungstherapie und Schulung als Basis. Das Training wird an die Beschwerden angepasst. Bei starken, neu auftretenden Schmerzen oder deutlicher Schwellung sollte ärztlich abgeklärt werden.

Wann passt GLA:D, wann Herodikos Plus?

GLA:D bietet ein festes Gruppenprogramm vor Ort über zwölf Wochen. Herodikos Plus läuft digital und flexibel über mehrere Monate. Entscheidend sind Wohnort, Zeitplan und Vorliebe des Patienten.

Entstehen dem Patienten Kosten?

Die Teilnahme erfolgt über Selektivverträge nach § 140a SGB V bei teilnehmender Kasse und ist für Patienten kostenfrei. Die Praxis wird extrabudgetär vergütet.

Diese Informationen richten sich an Ärztinnen und Ärzte und ersetzen keine individuelle ärztliche Diagnose oder Beratung.