Das Krankheitsbild
Unter einer Arthropathie versteht man allgemein eine Erkrankung des Gelenks. Der Code M25.96 wird gewählt, wenn die Ursache noch nicht genau bestimmt ist oder die Diagnose nicht weiter spezifiziert wurde. Häufig steckt dahinter ein Verschleißprozess, doch auch entzündliche oder stoffwechselbedingte Erkrankungen können sich am Knie zeigen. Entscheidend ist deshalb, dass die Praxis die Einordnung vornimmt, bevor ein Programm gewählt wird.
Typisch sind Schmerzen bei Belastung, Anlaufsteifigkeit, eingeschränkte Beweglichkeit und gelegentliche Schwellungen. Deutliche Überwärmung, Rötung, Fieber oder mehrere betroffene Gelenke sprechen eher für einen entzündlichen Prozess und sollten rasch ärztlich abgeklärt werden. Das GLA:D-Programm setzt eine Diagnose im Sinne einer Arthrose voraus. Für die Dokumentation lohnt es sich daher, die Diagnose im Verlauf zu präzisieren, weil davon auch die Wahl der Behandlung abhängt.
Rolle der Bewegungstherapie
Ist die Beschwerdeursache ein arthrosetypischer Verschleiß, empfehlen Leitlinien Bewegung und Patientenschulung als Basis der Behandlung. Muskelkräftigung, Beweglichkeit und ein sicherer Umgang mit Belastung können Schmerzen und Funktion günstig beeinflussen. Gelenkschonend heißt dabei nicht, Bewegung zu meiden, sondern sie sinnvoll zu dosieren. Ergänzend können Hinweise zu Alltag, Schuhwerk und Gewicht Teil der Beratung sein.
Hilfreich ist ein Programm mit festem Ablauf, denn viele Betroffene wissen nicht, was sie sich zutrauen dürfen. Schulung nimmt Unsicherheit, und Training in der Gruppe motiviert, regelmäßig dranzubleiben. Die Ergebnisse von Bewegungstherapie sind individuell, und Fortschritte stellen sich meist schrittweise ein, nicht innerhalb weniger Tage.
Passendes Versorgungsprogramm
GLA:D, in Dänemark entwickelt, verbindet beides. Das Programm umfasst 18 Sitzungen in zwölf Wochen: drei Einzelsitzungen, zwei Schulungen, zwölf Gruppentrainings mit neuromuskulärem Training und eine Abschlusssitzung. Es findet in lizenzierten Therapiezentren vor Ort statt. Die Gruppe und die feste Struktur über zwölf Wochen erleichtern es, das Training in den Alltag zu übernehmen.
Teilnehmen können Patienten bei teilnehmender Kasse mit der Diagnose Hüft- oder Kniearthrose beziehungsweise degenerativer Meniskusläsion, die zustimmen. Bei M25.96 sollte die Arthrose daher ärztlich bestätigt sein. Die Teilnahmeerklärung wird unterschrieben und im GLA:D-Webportal hochgeladen, danach kontaktiert GLA:D den Patienten. Die Praxis erhält 60 EUR pro Verordnung, extrabudgetär.
Teilnahme bei Arthropathie
- Patient ist bei einer teilnehmenden Kasse versichert
- Diagnose: Hüft- oder Kniearthrose, degenerative Meniskusläsion
- Patient stimmt der Teilnahme zu
Vergütung: 60 EUR/Verordnung, extrabudgetär · Dauer: 12 Wochen
Teilnehmende Krankenkassen bei M25.96
- Barmer*
- IKK classic*
- KKH*
- BIG direkt gesund
- Novitas BKK
- BKK Linde
- BKK Pfalz*
- BKK VerbundPlus
- Continentale BKK*
- BKK Melitta HMR*
- BKK Wirtschaft & Finanzen
- WMF BKK*
- BKK B. Braun
- BKK Deutsche Bank*
- Miele BKK*
* Nimmt nur in NRW, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg teil.
Zusätzliche Kriterien BIG direkt gesund
- · Vollendung des 55. Lebensjahres
- · Ärztlich verordnete medikamentöse Therapie mit Schmerzmitteln über 3–6 Monate in den letzten 12 Monaten
- · Mindestens 2 Arztkontakte aufgrund der vorliegenden Knie-/Hüftproblematik innerhalb der letzten 12 Monate
- · Mindestens 12 Therapieeinheiten bzw. mindestens 2 Heilmittelverordnungen aufgrund der vorliegenden Knie-/Hüftproblematik in den letzten 12 Monaten
So funktioniert die Einschreibung
- 1 Teilnahmeerklärung unterschreiben lassen.
- 2 Teilnahmeerklärung im GLA:D-Webportal hochladen.
- 3 Patient wird anschließend von GLA:D kontaktiert.
Häufige Fragen
Wofür steht M25.96?
Für eine nicht näher bezeichnete Gelenkerkrankung am Knie. Es ist ein Sammelcode. Eine genauere Einordnung, etwa als Gonarthrose, bleibt Aufgabe der behandelnden Praxis.
Kann jeder Patient mit M25.96 an GLA:D teilnehmen?
Nein. Vorausgesetzt wird eine Diagnose Kniearthrose oder degenerative Meniskusläsion. Liegt etwas anderes vor, etwa eine entzündliche Erkrankung, ist das Programm nicht der passende Weg.
Wie viel Aufwand bedeutet die Einschreibung?
Die Praxis lässt eine Teilnahmeerklärung unterschreiben und lädt sie im GLA:D-Webportal hoch. Alles Weitere übernimmt GLA:D, das den Patienten kontaktiert.
Diese Informationen richten sich an Ärztinnen und Ärzte und ersetzen keine individuelle ärztliche Diagnose oder Beratung.