Das Krankheitsbild
Bei der Kalkschulter lagern sich Calciumsalze in den Sehnen der Rotatorenmanschette ein, am häufigsten in der Supraspinatussehne. Betroffen sind vor allem Menschen zwischen etwa 30 und 60 Jahren, Frauen etwas häufiger. Die genauen Ursachen sind nicht abschließend geklärt. Der Verlauf wird in Phasen beschrieben: Bildung des Depots, eine Ruhephase und eine Phase der Rückbildung, in der der Körper den Kalk wieder abbaut.
Typisch ist, dass die Beschwerden sehr unterschiedlich sind. Manche Betroffene haben kaum Symptome, andere erleben vor allem in der Resorptionsphase sehr starke, auch nächtliche Schmerzen mit deutlicher Bewegungseinschränkung. Das Röntgenbild zeigt die Kalkherde. Die Diagnose und die Entscheidung über weiterführende Maßnahmen gehören in ärztliche Hand.
Rolle der Bewegungstherapie
Zur Kalkschulter ist die Studienlage für einzelne Übungskonzepte begrenzt. In der Fachliteratur wird ein stufenweises Vorgehen beschrieben: Zunächst Schmerzlinderung und Schonung der gereizten Struktur, danach schrittweise Mobilisation und Kräftigung, damit die Schulter funktionsfähig bleibt. Da viele Depots sich im Verlauf von selbst zurückbilden können, richtet sich das Vorgehen stark nach der Beschwerdephase.
Bewegungstherapie kann die Kalkeinlagerung selbst nicht gezielt entfernen; sie unterstützt vielmehr Beweglichkeit, Muskelfunktion und Alltagsfähigkeit. Weitere Verfahren, etwa eine Stoßwellenbehandlung, eine Punktion oder eine operative Entfernung, werden vom Arzt je nach Befund und Leidensdruck erwogen. Ein akuter, sehr schmerzhafter Schub sollte ärztlich behandelt werden, bevor ein Training beginnt.
Passendes Versorgungsprogramm
Herodikos Plus kann bei einer Tendinitis calcarea die Zeit zwischen den akuten Phasen und nach einem Schub sinnvoll füllen. Die App bietet über 200 Übungen mit Video- und Sprachanleitung, darunter Mobilisation und Kräftigung. Alle zwei Wochen trifft der Patient einen Physiotherapeuten per Video, der den individuellen Plan an die jeweilige Phase anpasst, etwa bei erneutem Reizzustand. Die Laufzeit liegt zwischen drei und zwölf Monaten.
Voraussetzungen sind eine teilnehmende Kasse, ein Alter ab 18 Jahren und eine passende Indikation: nicht-spezifisch, mittel- bis hochgradig, höchstens sechs Monate bestehend. Ob dies auf Ihren Patienten zutrifft, beurteilen Sie ärztlich. Die Einschreibung erfolgt über einen QR-Code, den der Patient scannt, um selbst den Ersttermin zu buchen. Die Verordnung wird für Ihre Praxis extrabudgetär vergütet, im Schnitt mit 40 EUR, bis zu 80 EUR.
Teilnahme bei Tendinitis calcarea
- Patient ist bei einer teilnehmenden Kasse versichert
- Passende Indikation liegt vor (nicht-spezifisch, mittel- bis hochgradig, max. 6 Monate)
- Patient ist mindestens 18 Jahre alt
Vergütung: Ø 40 EUR, bis 80 EUR, extrabudgetär · Dauer: 3 bis 12 Monate
Teilnehmende Krankenkassen bei M75.3
- TK
- AOK Niedersachsen
- hkk
- Mobil BKK
- HEK
- pronova BKK
So funktioniert die Einschreibung
- 1 Patient scannt den QR-Code.
- 2 Patient bucht sich direkt selbst einen Ersttermin — ca. 2 Minuten Aufwand.
- 3 Extrabudgetäre Abrechnung läuft automatisch.
Häufige Fragen
Verschwindet ein Kalkdepot durch Übungen?
Übungen sind nicht darauf ausgelegt, das Depot gezielt aufzulösen. Viele Depots bilden sich im Verlauf von selbst zurück. Bewegungstherapie dient dazu, Beweglichkeit und Muskelfunktion zu erhalten und zu verbessern.
Wann ist die Kalkschulter besonders schmerzhaft?
Häufig in der Phase, in der der Körper das Depot abbaut. Dann können auch nachts starke Schmerzen auftreten. In dieser Situation sollte ärztlich über Schmerzbehandlung und weitere Maßnahmen entschieden werden.
Ist Herodikos Plus auch bei wiederkehrenden Beschwerden geeignet?
Das Programm kann den Trainingsplan an wechselnde Beschwerden anpassen. Voraussetzung ist, dass die Indikation nicht-spezifisch und mittel- bis hochgradig ist und höchstens sechs Monate besteht. Die Eignung prüfen Sie im Einzelfall.
Diese Informationen richten sich an Ärztinnen und Ärzte und ersetzen keine individuelle ärztliche Diagnose oder Beratung.