Das Krankheitsbild
Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Sehnen, die den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne zentrieren und die Schulter bewegen. Bei einer Läsion ist eine dieser Sehnen, am häufigsten die Supraspinatussehne, angerissen oder gerissen. Ursachen sind degenerative Veränderungen mit zunehmendem Alter, wiederholte Belastung oder, seltener, ein Unfall. Typische Zeichen sind Schmerzen, vor allem nachts und beim Anheben des Arms, sowie Kraftminderung und eingeschränkte Beweglichkeit.
Nicht jede Läsion verursacht Beschwerden; bei älteren Menschen finden sich Sehnenschäden auch ohne Symptome. Ob eine Läsion klinisch relevant ist, hängt von Größe, Alter, Beruf, Aktivitätsanspruch und Beschwerdebild ab. Ein frischer, traumatischer Riss mit plötzlichem Kraftverlust sollte zeitnah ärztlich beurteilt werden, da hier andere Therapieentscheidungen anstehen können.
Rolle der Bewegungstherapie
Bei vielen degenerativen und teilweise auch bei kleineren Läsionen wird zunächst ein konservatives Vorgehen mit Bewegungstherapie erwogen. Ziel ist es, die verbleibende Manschettenmuskulatur und die Schulterblattstabilisatoren zu kräftigen, die Gelenkführung zu verbessern und die Beweglichkeit zu erhalten. Die Fachliteratur zeigt, dass strukturiertes Training für viele Betroffene die Beschwerden mindern kann, auch wenn die Sehne dabei nicht zwingend im Bild verheilt.
Die Evidenz ist je nach Läsionsgröße und Ausgangslage unterschiedlich, und der Vergleich mit einer Operation fällt nicht für jeden Betroffenen gleich aus. Welche Variante infrage kommt, ist daher eine ärztliche Entscheidung im Einzelfall. Auch nach einer Operation gehört Bewegungstherapie zur Nachbehandlung, dort allerdings nach den Vorgaben des Operateurs.
Passendes Versorgungsprogramm
Herodikos Plus eignet sich hier als begleitete Heimtherapie: Die App bietet über 200 Übungen mit Video- und Sprachanleitung, darunter Mobilisation und Kräftigung, und alle zwei Wochen sieht der Patient seinen Physiotherapeuten per Video. Der individuelle Trainingsplan kann so Schritt für Schritt angepasst werden, was bei einer Sehnenläsion wegen der vorsichtigen Belastungssteigerung wichtig ist. Die Laufzeit beträgt drei bis zwölf Monate.
Teilnehmen können Patienten ab 18 Jahren bei einer teilnehmenden Kasse mit passender Indikation: nicht-spezifisch, mittel- bis hochgradig, höchstens sechs Monate. Ob eine konkrete Läsion dafür infrage kommt, beurteilen Sie als behandelnde Ärztin oder behandelnder Arzt. Der Patient scannt den QR-Code und bucht selbst den Ersttermin. Ihre Praxis erhält pro Verordnung extrabudgetär im Schnitt 40 EUR, bis zu 80 EUR, unabhängig von der Fachrichtung.
Teilnahme bei Rotatorenmanschettenläsion
- Patient ist bei einer teilnehmenden Kasse versichert
- Passende Indikation liegt vor (nicht-spezifisch, mittel- bis hochgradig, max. 6 Monate)
- Patient ist mindestens 18 Jahre alt
Vergütung: Ø 40 EUR, bis 80 EUR, extrabudgetär · Dauer: 3 bis 12 Monate
Teilnehmende Krankenkassen bei M75.1
- TK
- AOK Niedersachsen
- hkk
- Mobil BKK
- HEK
- pronova BKK
So funktioniert die Einschreibung
- 1 Patient scannt den QR-Code.
- 2 Patient bucht sich direkt selbst einen Ersttermin — ca. 2 Minuten Aufwand.
- 3 Extrabudgetäre Abrechnung läuft automatisch.
Häufige Fragen
Muss eine Läsion der Rotatorenmanschette immer operiert werden?
Nein, nicht in jedem Fall. Bei vielen degenerativen Läsionen wird zunächst konservativ mit Bewegungstherapie behandelt. Bei frischen traumatischen Rissen oder anhaltenden Beschwerden entscheidet der Arzt über weitere Schritte.
Kann Training eine gerissene Sehne ersetzen?
Training kann die umgebende Muskulatur stärken und die Funktion der Schulter verbessern, ersetzt aber keine Struktur. Wie weit das im Einzelfall reicht, hängt von Größe und Lage der Läsion ab und sollte ärztlich besprochen werden.
Wann sollte die Schulter erneut ärztlich angesehen werden?
Bei plötzlichem Kraftverlust, nach einem Sturz, bei zunehmenden Ruheschmerzen oder Gefühlsstörungen im Arm. Dann ist eine erneute Abklärung sinnvoll, bevor das Training fortgesetzt wird.
Diese Informationen richten sich an Ärztinnen und Ärzte und ersetzen keine individuelle ärztliche Diagnose oder Beratung.