Das Krankheitsbild
Bei einer Verkürzung der Achillessehne bzw. der Wadenmuskel-Sehnen-Einheit ist die Dorsalextension im oberen Sprunggelenk eingeschränkt, der Fuß lässt sich also nur begrenzt zum Schienbein heranziehen. Die Verkürzung kann sich durch dauerhaft hochhackiges Schuhwerk, lange Ruhigstellung, wenig Bewegung oder nach Verletzungen entwickeln. Auch neurologische Erkrankungen kommen als Ursache in Betracht und müssen ärztlich abgegrenzt werden.
Im Alltag fallen oft Spannungsgefühle in der Wade, ein verändertes Gangbild mit verkürztem Abrollen und Beschwerden an der Ferse oder im Vorfuß auf. Eine eingeschränkte Sprunggelenkbeweglichkeit gilt als Faktor, der Überlastungen an Sehne, Fußsohle und Knie begünstigen kann. Der Zusammenhang ist im Einzelfall jedoch nicht immer eindeutig, daher ist die ärztliche Untersuchung der erste Schritt.
Rolle der Bewegungstherapie
Dehnübungen für die Wadenmuskulatur und Mobilisation des Sprunggelenks sind die klassischen Maßnahmen bei einer Verkürzung. Ergänzend wird häufig die Kräftigung der Wade und der Fußmuskulatur eingesetzt, damit die gewonnene Beweglichkeit im Alltag auch kontrolliert genutzt werden kann. Für die Wirkung von Dehnprogrammen auf die Sprunggelenkbeweglichkeit gibt es Hinweise in der Literatur, die Aussagekraft einzelner Studien ist aber begrenzt.
Wichtig ist Regelmäßigkeit: Die Dehnbarkeit verändert sich meist nur über Wochen bei konsequenter Übung. Bei akuten Schmerzen an der Sehne, Schwellung, Verdacht auf einen Sehnenriss oder Lähmungszeichen sollte nicht eigenständig geübt, sondern zunächst ärztlich abgeklärt werden. Orthopädische Hilfsmittel wie Fersenerhöhungen entscheidet der Arzt oder die Ärztin.
Passendes Versorgungsprogramm
In der App von Herodikos Plus stehen über 200 Übungen mit Video- und Sprachanleitung bereit, darunter Mobilisation und Kräftigung. Für eine Achillessehnenverkürzung bedeutet das: Der Patient kann Dehn- und Kräftigungsübungen mit angeleiteter Technik zu Hause durchführen, und alle zwei Wochen prüft ein Physiotherapeut per Video Ausführung und Fortschritt. Der Trainingsplan ist individuell und läuft drei bis zwölf Monate.
Das Programm ist an Voraussetzungen geknüpft: teilnehmende Kasse, Alter ab 18 Jahren sowie eine passende Indikation, also nicht-spezifisch, mittel- bis hochgradig und höchstens sechs Monate bestehend. Ob diese bei Ihrem Patienten vorliegt, entscheiden Sie. Er scannt den QR-Code und bucht den Ersttermin selbst. Für Ihre Praxis ist die Verordnung extrabudgetär: im Schnitt 40 EUR, bis zu 80 EUR. Alle ärztlichen Fachrichtungen dürfen einschreiben.
Teilnahme bei Achillessehnenverkürzung
- Patient ist bei einer teilnehmenden Kasse versichert
- Passende Indikation liegt vor (nicht-spezifisch, mittel- bis hochgradig, max. 6 Monate)
- Patient ist mindestens 18 Jahre alt
Vergütung: Ø 40 EUR, bis 80 EUR, extrabudgetär · Dauer: 3 bis 12 Monate
Teilnehmende Krankenkassen bei M67.0
- TK
- AOK Niedersachsen
- hkk
- Mobil BKK
- HEK
So funktioniert die Einschreibung
- 1 Patient scannt den QR-Code.
- 2 Patient bucht sich direkt selbst einen Ersttermin — ca. 2 Minuten Aufwand.
- 3 Extrabudgetäre Abrechnung läuft automatisch.
Häufige Fragen
Lässt sich eine verkürzte Achillessehne dehnen?
Dehn- und Mobilisationsübungen gelten als übliche Maßnahme, um die Beweglichkeit des Sprunggelenks zu verbessern. Wie viel Veränderung möglich ist, hängt von der Ursache und der Konsequenz der Übung ab.
Wann sollte eine Verkürzung ärztlich abgeklärt werden?
Wenn sie ohne erkennbaren Grund auftritt, mit neurologischen Zeichen einhergeht oder von akuten Sehnenschmerzen begleitet wird. Dann sollte vor Beginn eines Trainings die Ursache geklärt werden.
Ist Herodikos Plus bei Beschwerden am Fuß vorgesehen?
Das Programm richtet sich nach der Indikation, nicht nach einer Körperregion allein: nicht-spezifisch, mittel- bis hochgradig, maximal sechs Monate. Ob Ihr Patient passt, prüfen Sie ärztlich im Einzelfall.
Diese Informationen richten sich an Ärztinnen und Ärzte und ersetzen keine individuelle ärztliche Diagnose oder Beratung.